Jahresbericht 2016 *)

verfasst und vorgetragen von Mechtild Rocholl

auf der Generalversammlung am 28. Februar 2017


Der Maigang am 24. Mai 2016 führte uns nach Vinnenberg. Dort sollte die Maiandacht nicht im Freien, sondern in der Vinnenberger Kirche stattfinden. Zu oft hatten wir schon Befürchtungen, Erfrierungen bei der Andacht davonzutragen. Diese Entscheidung, in die Kapelle zu gehen, war goldrichtig, denn es war wieder einmal kalt. Die von Theo Marquart gestaltete und von Annette Herbermann und Theo vorgetragene Maiandacht war sehr schön. Nach der Andacht gingen einige Chormitglieder noch ein wenig im Umfeld des Klosters spazieren, andere steuerten gleich den Gasthof an. Nach dem gemeinsamen Essen sangen wir noch ein paar Lieder und dann leiß jeder den Abend so früh oder spät ausklingen, wie man es mochte.


Am 10. Mai 2016 lud Monika Dworzynki ihre Sangesbrüder und -schwestern zu einem Umtrunk ein, denn sie hatte ihren 75. Geburtstag gefeiert. Wir brachten ihr ein Ständchen und genossen anschließend Süßigkeiten und Getränke.


In Averfehrden fand am 4.6.2016 ein Großereignis statt. Die Vorsitzende des Chores, Cille Wiewel feierte mit ihrem Mann Norbert und vielen Gästen das Fest der Silberhochzeit. Bei Kaiserwetter wurde das Silberpaar in einer offenen Kutsche königlich zur Kirche chauffiert. Dort feierten alle zusammen das Dankhochamt für die gelungenen 25 vergangenen Jahre. Auch wir, ihre Untertanen, waren dabei, das Fest so schön wie möglich zu gestalten. Zum Einzug sangen wir unter der Leitung von unserem Dirigenten „Preiset froh den König, lobt den Herrn der Welt“ und nach der Segnung des Silberpaares „Meine Zeit steht in deinen Händen“. Im Verlauf der Messe sangen wir noch „Herr, wir bringen in Brot und Wein unsere Welt zu dir“, den „Irischen Segenswunsch“ und „Für die Schönheit dieser Welt“. An der Orgel  begleitete uns Christian Nüvemann. Am Ende des Gottesdienstes machten wir uns flugs auf den Weg zum Kirchenportal, um dem Silberpaar mit einer Rose und einem „Hoch soll‘n sie leben“ zu gratulieren. Nach dem Gratulationsprocedere der vielen Gäste am Kirchenportal kam der Zweispänner wieder zum Zuge und brachte die beiden Hauptakteure zurück zum Hof, wo ein großes Zelt bereitstand, 180 Festgästen Platz zu bieten. Bei anhaltend schönstem Wetter hielten sich alle so lange wie möglich im Freien auf. Dort sangen wir „Musik erfüllt das Leben“, „Musik ist Trumpf“, „Barbarann“ und „Erhebet die Stimmen“. Nach dem ersten Musikstück überbrachte Inge Nickel dem Silberpaar in einer humorvollen Ansprache die Glückwünsche des Chores. Und weil unser Sangesbruder Theo Marquart weiß, dass Lachen gesund ist und die Lebensfreude stärkt, hatte er noch ein Schmankerl zur Heiterkeit beizutragen. Er berichtet von Cilles paradiesischem Leben an der Seite ihres Gatten, wo sie immer wieder zu dem erstaunten und erfreuten Ausruf kam „Mensch Cille, was hast du einen Fang gemacht“. Zu dumm nur, dass es sich als Traum entpuppte. Aber das lachende Gesicht der Vorsitzenden verriet uns, dass sie auch mit der Realität mehr als zufrieden ist. Mit dem Wunsch des Festwirtes, die Gäste möchten in das Zelt gehen, um zu speisen, begann eine rauschende Ballnacht.


Am 28.6.2016 begann die Sommerpause mit einem bunten Abend. Eigentlich hätte er erst später stattfinden sollen, aber die Wetterkapriolen der vergangenen Zeit hatten uns dazu bewogen, den „Gemütlichen“ an den Anfang der Sommerpause und nicht an das Ende zu legen. DieTage zuvor waren sehr wechselhaft gewesen, von schwül-heißer Gewitterluft bis hin zur Entladung der Gewitter, Starkregen und extremer Abkühlung, war alles dabei. Doch dieser Dienstagabend war ein Geschenk von Petrus an die Sängerinnen und Sänger. Ein wunderschöner Sommerabend lud ein zum Verweilen im Glandorfer Schützenbusch. Einige Chormitglieder hatten für vielseitiges Salatbuffet gesorgt. Das Fleisch wurde von der Vorsitzenden Cille Wiewel herangeschafft und von Norbert und Stefan Herbermann gegrillt. In fröhlicher Atmosphäre wurde gegessen, getrunken, gelacht und Erinnerungen hervorgeholt 


Besondere Ereignisse erfordern besonderen Einsatz. Also waren mit dem „Gemütlichen“ die Ferien zwar in Sicht, aber noch um eine Woche aufgeschoben.  Für die Goldene Hochzeit von Josef und Hedwig Pelke am 07.07.2016 war dazu am 05.07. eine zusätzliche Probe mit Claudia Vogt angesetzt. Die Sängerinnen und Sänger trafen exakt um 19.30 Uhr am Pfarrheim ein, um für den Beitrag noch einmal zu üben. Erstaunt machte einer nach dem andern kehrt, um zum Kolpingheim zu gehen, denn das Pfarrheim war geschlossen. Dann begann die Not mit den Noten. Die waren nämlich im verschlossenen Pfarrheim und es gab keine Möglichkeit, daran zu kommen. Allein Claudia besaß von den drei zu singenden Liedern je eine Ausfertigung und Dieter Hagedorn erklärte sich bereit, bis zum 07.07. für alle eine Kopie anzufertigen. „Herr unser Gott, wie groß bist du“ sangen wir aus dem Gedächtnis und alles andere sollte am 07.07. um 9.00 Uhr geprobt werden. Am darauffolgenden Festtag waren alle Sängerinnen und Sänger so gut trainiert, dass die Liedbeiträge im Dankhochamtes unter der Leitung von Claudia Vogt reibungslos gebracht wurden. Der Dank von Pastor Müller und aller Kirchenbesucher  in Form eines anerkennenden Applauses erfreute alle sehr. Zum Kirchenportal wurde das Goldpaar von Pastor Müller geleitet und vom Chor mit einem „Hoch soll‘n sie leben“ empfangen. Ein Blumenstrauß rundete die vielseitigen Glückwünsche der Sangesschwestern und -brüder ab.


Am 09.08.2016 gab es nach der Probe noch einen Umtrunk des Goldhochzeitspaares Pelke, zu dessen Jubeltag wir am 07.07. im Dankhochamt gesungen hatten. Bei angeregter Unterhaltung genossen wir die von Hedwig und Josef – unterstützt vom Sohn Martin – kredenzten Süßigkeiten und natürlich die alkoholischen und nichtalkoholischen Getränke.


Der MGV Bad Iburg hatte sein 125-jähriges Bestehen am 14.08.2016 zum Anlass genommen, das Kreissängerfest Teutoburger Wald Süd in diesem Jahr  auszurichten. Neben anderen Chören waren auch wir zu diesem Sängertreffen eingeladen. Bei schönstem Sommerwetter – und damit einem sehr gut geheizten Zelt – wurden die verschiedensten Lieder vorgetragen. Wir waren mit den Beiträgen „Italian Salad“ und „Barbarann“ dabei. Obwohl die Akustik im Zelt miserabel war,  kamen die Stücke gut an. „Barbarann“ wurde sogar im Zeitungsartikel der NOZ über dieses Sängerfest erwähnt.


An den folgenden Übungsabenden wurde bereits für die nächste Feier geprobt-  wieder eine Goldhochzeit. Heinz und Änne Farwick feierten am 01.09.2016  50 Jahre gemeinsames Leben. muss ein gutes Leben bis dahin gewesen sein, denn beide strahlten um die Wette. Und weil Heinz ein begeisterter Sänger ist, hatte er – im Einverständnis mit seiner Frau – sich viele Lieder vom Chor gewünscht. Schon der Einzug wurde mit einem gewaltigen „Die Himmel rühmen“ begleitet. In den Messverlauf integriert wurden noch die Lieder „Herr, unser Gott“, „Singet froh, wir haben Grund zum Danken“, „Sei du bei uns“, „Heilig, Heilig“ von Schubert“ und „Den Tag, an dem wir feiern, segne Gott“. Das Lied nach der Wandlung „Wir feiern deinen Tod“ wurde durch den Chor zu einem Canon. Anerkennung muss man auch dem Familienchor zollen, der den Eltern und Großeltern ein wunderschönes Lied sangen: „Alles ist möglich, dem der liebt!“ Auch bei Heinz und Änne gab es nach dem Dankhochamt ein Gratulationsständchen, das mit der Überreichung einer Rose je Chormitglied abgerundet wurde. Edle Rosse wartete bereits darauf, das Goldpaar zum weiteren Feierort – zu Plocksaugust – zu bringen.


Am darauffolgenden Dienstag, dem 6. September 2016 gaben Heinz und Änne im Chor  einen auf ihre Golldhochzeit aus und wir ließen dankbar noch einmal ein „Hoch soll´n sie leben“ erschallen.


Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Darum kreisten Anfang Oktober wieder die Süßigkeitenkörbchen und Getränkeflaschen durch die Reihen der Chormitglieder. Alfons Nädker hatte die Vollendung seines 70. Lebensjahres gefeiert und ließ auch uns an seiner Freude teilhaben.


Am 04.12.2016 präsentierte der MGV Sängerlust und der Cäcilienchor Glandorf in einer zwar nicht überfüllten, so doch gut besuchten St. Johannis-Kirche Glandorf ein Adventskonzert mit geistlichen Liedern, das unter der Überschrift „Adventus Domini“ und unter der Leitung vom Dirigenten des Chores Holger Dolkemeyer stand.


Bevor die Konzertbesucher von der Vorsitzenden Cille Wiewel begrüßt werden konnten, setzte Punkt 17.00 Uhr ein fulminantes Orgelspiel von Holger Dolkemeyer ein.Das Konzert bestand aus einer abwechslungsreichen Folge von Liedern und von Mechthild Drop vorgetragenen Bibeltexten, die den Ablauf des Weihnachtsgeschehens als Ganzes wiedergab. Von der Feststellung, dass das Jahr sich bald wenden und erneuern werde, ging es zur Verkündigung an Maria, dass sie Gottes Sohn empfangen und zur Welt bringen solle. Doch noch herrschte Dunkelheit und ein Lied besang das sehnsüchtige Warten auf das Licht. „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Mit dir, Maria, singen wir“ hoben noch einmal die besondere Bedeutung der einfachen jungen Frau aus Nazareth hervor. Nach dem Psalm-Lied „Machet die Tore weit“ erklang ein freudiges „Ehre sei Gott in der Höhe“.


Einen besonderen Glanz erhielten viele Lieder durch die Mezzosopranistin Katrin Janssen-Oolo. Ihre Sololiedbeiträge waren ein exzellenter Hörgenuss.


Den Abschluss bildete ein besonders Stück, in dem zwei verschiedene Lieder abwechselnd und auch gleichzeitig gesungen wurde. Die Konzertbesucher hörten konzentriert und fasziniert zu, wie die Lieder „Es ist ein Ros` entsprungen“ und „Liebe ist wie eine Rose“ ineinander verschlungen zu einer neuen Kreation wurde. Reicher Applaus und gut gefüllte Spendenkörbchen rundeten den Sonntagnachmittag des 2. Advent zur Zufriedenheit aller ab. Eine vom Festausschuss bestellte Reitersuppe schmeckte im Pfarrheim nach dem gelungenen Auftritt besonders gut.


In den Wochen und Tagen zuvor war eine Situation entstanden, die u.a. auch uns zu Veränderungen herausforderte. Das Pfarrheim ist seit dem 01.01.2017 für die Vereine nur unter schwierigen Umständen nutzbar, so dass eine neue Übungslokalität gesucht werden musste. Aus verschiedenen Anlässen waren wir bereits zweimal im Musikraum der Ludwig-Windthorst-Schule Glandorf untergekommen. Weil andere Übungsräume nicht so geeignet schienen wurde beim Hausmeister Michael Maag angefragt, ob wir übergangsweise weiterhin dort üben können, bis das neue Pfarrheim bezogen werden kann. Seitens der politischen Gemeinde und auch der Schule bestehen dagegen keine Einwände.


Aus dem Grunde feierten wir am 13.12.2016 einen letzten Übungsabend im alten Pfarrheim mit ein wenig Gesang, alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken und Plätzchen aller Art eine Abschiedsparty. Annette Herbermann präsentierte uns per Videoaufzeichnung einen Mitschnitt des Konzertes vom 4. Dezember und so sahen und hörten wir uns aus der Zuschauer- und Zuhörerperspektive.


Silke Mohring trug noch einen Liedtext  von Reinhard Mey vor, in dessen Refrain immer wieder beteuert wurde: Das vergangene Jahr war ein gutes Jahr.


Danach hatten wir frei bis Anfang Januar.


Der Umzug in die Schule wurde von fleißigen Sängern durchgeführt. Als der erste Übungsabend kam, ging alles reibungslos vonstatten. Man nahm die neue Situation, wie sie ist und meckerte nicht. Da soll mal einer sagen, ältere Menschen wären nicht flexibel.


Ein neuer, unerwarteter Termin ergab sich noch durch die anstehende Firmung in Glandorf und Schwege. Bischof Franz-Josef Bode wollte  auf seiner Visitationsreise durch das Bistum am 18.02.2017 um 12:15 Uhr in der Glandorfer Kirche ein Mittagsgebet halten. Hierzu hatten sich die drei großen Chöre des Ortes bereiterklärt, dieses Mittagsgebet mitzugestalten. Jeder Chor sang ein eigenes Lied und alle Chöre zusammen sangen die Lieder: „Ich glaub an den Vater, den Schöpfer dieser Welt“, den Kyrie-Ruf und „Jesus Christ, you are my life“. Wir sangen unter der Leitung von Sonja Mentrup „Singet froh, wir haben Grund zum Danken“.


Hocherfreut hörte unser Bischof zu und gab den Spruch zum Besten: Gott achtet dich, wenn du arbeitest, aber er liebt dich, wenn du singst. Er erweiterte ihn noch um den Satz: Wahrscheinlich liebt der den noch mehr, der bei der Arbeit singt. Damit erzeugt er ein breites Lächeln im Gesicht eines/einer Jeden und eilte nach seinem Segen zum Mittagessen.


Eine persönliche Anmerkung:

Nach 10 Jahren verabschiede ich mich als Chronistin des Chores mit einem Sprichwort, das da lautet: „Wo ein Anfang ist, muss auch ein Ende sein“.

Mit besten Wünschen

Mechtild Rocholl

*) bis Februar 2017